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Carnegie Stiftung für Lebensretter Deutschland

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Montag, 29 Mai 2017
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Oskar Schindler postum als Retter geehrt - Carnegie Stiftung verleiht Medaille


Mitte - Der Botschafter des Staates Israel in Berlin, Shimon Stein, hat gestern eine Ehrung für Oskar Schindler entgegengenommen. Der deutsche Unternehmer, der während der Nazizeit viele Juden vor dem sicheren Tod bewahrte, wurde posthum mit der Andrew Carnegie Medaille der Carnegie Stiftung für Lebensretter Deutschland ausgezeichnet.

 

Eine zweite Medaille für Lebensrettung verlieh der Präsident der Carnegie Stiftung Deutschland, Andreas Huber, an Mietek Pemper. Der 87-jährige gebürtige Krakauer war es, der gegen Ende des Zweiten Weltkrieges unter Lebensgefahr jene Liste initiierte, die mehr als 1000 Juden das Leben rettete. Diese Aktion verfilmte Hollywood-Regisseur Steven Spielberg 1994 in "Schindlers Liste". Weltweit gibt es gegenwärtig 23 Carnegie Stiftungen. Die deutsche Stiftung ist nach dem Zweiten Weltkrieg aufgelöst und erst 2006 wieder gegründet worden. "Wir haben die dunklen Jahre der Stiftung aufgearbeitet, die mit ihren Aktivitäten während des Nazi-Regimes zusammenhängen", sagte Präsident Huber.

 

Als erstes wolle man nun Menschen ehren, die in diesen Jahren Widerstand geleistet haben. Mietek Pemper bedankte sich in einer bewegenden Rede über Oskar Schindler und seine Rettungsaktion für die Ehrung. "Die Erinnerung wühlt zwar alles wieder auf, aber immer wieder über die Vergangenheit zu sprechen, ist das einzige, was ich tun kann, um mich für das Geschenk des Überlebens zu bedanken", sagte Pemper dieser Zeitung. Er habe auch viel vor Schulklassen über seine Erlebnisse gesprochen, so Pemper, und tue dies auch heute noch.

 

"Das ist nicht immer leicht. Viele Jugendliche fühlen sich verpflichtet, das Andenken ihrer Großväter nicht in Frage zu stellen. Es ist ein schwieriger Spagat zwischen dem Wunsch, ein guter Deutscher sein zu wollen und der Notwendigkeit, sich den dunklen Seiten deutscher Vergangenheit zu stellen."

 

Autor Regina Köhler | Copyright (c) Ullstein Verlag GmbH Berlin | Berliner Morgenpost vom 05. 06. 2007

 

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PDF Pressespiegel Schindler & Pemper